CYM 07
André Nendza Quartet
Wild Open Rooms

Claudius Valk. Tenor+Sopran Saxophon
Hendrik Soll. Piano
André Nendza. Kontrabass
Christoph Hillmann. Schlagzeug

als "Special guest"
Thomas Heberer. Trompete

Das zweite Album der Gruppe bietet ein weites Feld intensiver Gefühle.
Mit vielen feinen neuen Kompositionen aus Nendzas und vielschichtigen Improvisationen kann das Quartett ein deutlich verbreitetes Spektrum zeigen. Der Titel der CD ist dabei Programm...

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Nate Dorward in Cadence (www.cadencebuilding.com) August 04
Wild Open Rooms is a different matter entirely. Setting aside the experiments of Lichtblau for a more conventional jazz-quartet idiom, Nendza turns in an album to rival anything on the Fresh Sound New Talent label or Palmetto. To be sure, the opening track, „Mimesis" verges on for mere prettiness, despite its addictively slippery 6/4 riff. But with „Sur" the ears prick up, both because the idiosyncratic trumpeter Thomas Heberer joins the group, and because the tune is genuinely special, a languorous Cuban-inspired melody set over a twitchy dance rhythm ö every few bars Hillmann throws in a sound like a schoolboy twanging a metal ruler on the edge of a desk. Heberer‚s got excellent chops but his big, raspy sound is worlds away from the prissily clean sound of so many modern trumpeters (he can sound curiously like a zippier Blue Mitchell), while Valk‚s update of old-school tenor saxophone romanticism is as simultaneously old-and-new as any David Murray ballad.
The succeeding pieces are equally fine. „Axis" is a slow-motion modal piece à la Trane, the kind of hypnotic, long-form groove where the bassist and drummer dramatically touch base every eight beats. The gorgeously silky surface of the ballad „Aero‰ barely contains its interior ferment: a bubbling triplety passage wells up every so often from its otherwise stately 4/4. „Circulation" is radiant, freely unfolding balladry ö Heberer sounds uncannily like Tomasz Stanko here ö while „Odyssée" is sufficiently original that it defies description: a fast-moving miniature epic about the life of Che Guevara, what Nendza calls „sort of a Tango nuevo for a tragic hero. It‚s a track that deserves to stand alongside the best work of Dave Douglas. „Triade" and „Vitalesk" are comparatively straightforward pieces, though Hillmann‚s brushwork during the tenor solo is startlingly inventive; but the album comes to a rest with „Bellism" another of Nendza‚s distinctive, compressed musical narratives. A travelogue set in Ghana, full of sights seen and sound heard, it pays tribute to an unnamed friend: „This man, who‚s now 70, tried to lift his car out of a ditch alone during a trip to Ghana. While doing so he tore the muscles in his right shoulder. After this, he continued his journey and drove 500 kilometers with one hand in a car with a standard transmission. Some people would call it crazy, I call it composure. Strewn among these compositions are brief solo pieces featuring each member of the quartet in turn, quizzical micro-improvs that Nendza dubs „transits".
Aside from wishing that Heberer were on a few more tracks, I‚ve little to quibble about here: this is as good a jazz album as any you‚ll hear this year.

Mathias Creutzinger in "SCALA" Januar 05

Michael Stürm in der "Böblinger Tageszeitung" Dezember 04


Klaus Mümpfer in Jazzpages.com July 04"
Das Solo des Bassisten und Komponisten André Nendza in „Aero“ zählt neben den perlenden Pianoläufen von Hendrik Soll zu den dem Mainstream nahen Passagen in den aufregend dichten und komplexen Kompositionen dieser CD. Nendza und seine Mitmusiker malen mit Klangfarben flächige Sounds, von denen sich die Soli abheben – die aber auch als kollektive Kunst alleine stehen. Stilistisch bewegt sich das Quartett zwischen zeitgenössischem europäischem Jazz und Avantgarde, mit pulsierenden Metren, schwellender Intensität und harmonischen Reibungen. Die Kompositionen sind durchdacht in ihren Strukturen und der Dramaturgie, wirken aber nie kalt, sondern ausgesprochen emotional.
Fast vertrauten Klängen werden zerfasert, auseinander genommen und verdichten sich wieder wie etwa in dem bezeichnenden „Circulation“. Bemerkenswert sind die kurzen „transits“. Im vierten zeigt Nendza, was er an Klängen einem gestrichenen Kontrabass entlocken kann.
Das Schlagzeug von Christoph Hillmann treibt unaufdringlich voran, das Saxophon von Claudius Valk blubbert und schreit und immer wieder erhebt sich die Trompete von Thomas Heberer in die lichten Höhen eines stechend klaren High-Note-Spiel. Sonore Balladen-Linien sind in den Kompositionen ebenso zu finden, wie expressive überblasene Läufe. Eine solch dichte Musik ist in einem Quintett zu  realisieren, wenn sich alle auf gleichermaßen technisch und spirituell hohem Niveau finden. Und das ist bei Nendza, Valk, Hillmann, Soll und Heberer der Fall.

Tobias Böcker im Jazzpodium July 04"

Einen wahrhaftig bemerkenswerten Beitrag zur Emanzipation der Tieftöner liefert der junge Bassist André Nendza auch auf seiner zweiten CD seines Quartetts, zeigt einmal mehr kompositorische Klasse und improvisatorischen Tiefgang. Irgendwo auf dem Weg vom Modern Jazz in die Avantgarde befindet sich der Tummelplatz einer unternehmungslustigen Band. Die erkundet - inspiriert durch afrikanische, chilenische, kubanische und heimische Impressionen - in atmosphärisch dichter Klangsprache und ausnehmend kohärenter Interaktion die "wild open rooms" zwischen den vier Soloimprovisationen eines "transit" durch die instrumentalen Möglichkeiten eines Jazzquartetts. In vier tracks unterstützt von Thomas Heberer, tp, erschließen Claudius Valk, Hendrik Soll, Christoph Hillmann und André Nendza in einer "vitalesk"en Odyssee Wege ins Gelände, die wiederum dem, der sie hörend nachvollzieht, in reichhaltiger Erlebnisqualität - getragen, dramatisch, leicht, feurig,expressiv - je und je neue überaschende Momente schenken.

Lothar Trampert in Gitarre&Bass Juni 04
"...Immer wieder überaschend und sehr ausdrucksstark sind André Nendza und sein Quartet. Wild open rooms ist swingender modern Jazz, mal traditionell, mal atmosphärisch und europäisch offen. Als Gast ist Trompeter Thomas Heberer zu hören - und reibt sich perfekt an Nendzas tiefen, sparsam eingesetzten Basstönen. Intensiv!"

Martin Laurentius in Jazzthing Juni 04
"Mit seiner neuen CD knüpft der Kontrabassist und Komponist André Nendza an das vor vier Jahren erschienene Vorgängeralbum „The Invention Of Rooms“ an. Die Besetzung mit Claudius Valk (Saxofone), Hendrik Soll (Piano) und Christoph Hillmann (Drums) blieb unverändert, nur der Trompeter Thomas Heberer kam für vier Stücke ins Studio. Vor allem ist es interessant und spannend, wie sich Nendza als Musiker in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat und welche Reife und Klasse er mittlerweile als Komponist besitzt. Vom Kontrabass aus leitet er die Band souverän durch seinen aus vielen Quellen gespeisten Modern Jazz und entwirft musikalisch individuell zugeschnittene Räume, in denen sich vor allem Valk mit seinem sonor und mit viel Luft geblasenen Tenorsaxofon zu Hause fühlt. Und das der Komponist einen Schritt zurücktritt, um Platz für die Solisten zu machen, zeichnet eben den Bandleader André Nendza aus."

Michael Scheiner in Jazzzeitung Mai 04
"Bassist André Nendza knüpft mit seinem zweiten Quartett-Album formal ans erste (The invention of rooms) an und macht gleichzeitig einen großen Schritt nach vorn. Die „offene Weite und Wildheit“, wie das neue Album gehört werden kann, entfaltet in 13 spannenden und wunderbar komplexen Nummern starke Ausdruckskraft und spannende Ideen. Nendza, der bis auf vier kurze Solo-improvisationen – transit No. 1 bis 4 je von einem Bandmitglied – alle Kompositionen selbst geschrieben hat, hat es mit akustischen Räumen, Klangarchitektur und chromatischer Melodik. Auf vier Titeln ergänzt Trompetenchamäleon Thomas Heberer mit hinreißendem Spiel als Gast Nendzas Band mit Saxophonist Claudius Valk, Hendrik Soll am Klavier und Schlagzeuger Christoph Hillmann. Leichte, bewegliche Klänge voller Anmut. (5 Sterne)"

Rolf Thomas in Jazzthetik Juni 2004
"Es war im November 2003, die Harald Schmidt Show lag schon in den letzten Zügen, als Schmidt-Show-Trompeter Thomas Heberer sich die Zeit nahm, um auf vier Titeln dieser CD zu gastieren. Das eh schon glänzend aufgelegte des Bassisten André Nendza erhielt mit ihm ein zweite Bläserstimme, die der Musik einen zusätzlichen Reiz verleiht.
Es sind in der Tat wilde, offene Räume, die Nendza in seinen Stücken - die Kompositionen stammen fast ausschließlich von ihm - seinen Mitmusiker offeriert. Und die nehmen mit Inbrunst die Chance wahr, sie zu betreten und mit leben zu erfüllen. Claudius Valk gefällt mir am Sopransaxophon besonders gut, man höre nur einmal, mit welcher Leichtigkeit er sich durch das ellenlange Thema von Odyssee schlängelt. Der Pianist Hendrik Soll überzeugt durchweg mit seinem von einem gepflegtem Understatement geprägten Stil - nie kleistert er die Musik zu, sein Solo in Triade ist ein lässiges Parlando. Und Schlagzeuger Christoph Hillmann gehört schon seit einiger Zeit zu den Besten seines Fachs. Obwohl er ein eigentlich ganz konventionelles Set benutzt, überrascht er einen immer wieder durch sein tänzerisches Spiel, durch diffizile Klangeinlagen und perkussive Akzente, mit denen es ihm gelingt, jedem Stück ein individuelles Gewand zu verpassen. Und Nendzas Musik strotzt geradezu vor rhythmischen Feinheiten, ungerade Takte und südamerikanische Rhythmen setzt er mit selbstverständlicher Leichtigkeit ein, aufgesetzte Exotik ist seine Sache dabei nie. Das ist exzellenter Modern Jazz, der sich Einflüsse aus aller Welt zunutze macht, ohne sie billig zu verheizen. Wild Open Rooms ist ein selbstbewußtes Statement voller Klasse und Esprit - besser geht's eigentlich nicht mehr (Viereinhalb Sterne)."

Felix Grimm in "Bue night Club"
Jazzalbum des Monats Juni 2004
Auch wenn Bassist André Nendza freilich kaum als Unbekannter bezeichnet werden kann, so scheint 2004 dennoch sein Jahr zu werden. Nachdem er bereits Anfang des Jahres zusammen mit dem Philipp van Endert Trio ein mehr als beachtenswertes Album veröffentlichte, setzt er mit "Wild Open Rooms" noch einen drauf und präsentiert sein bis heute vielleicht bestes Album. Der Nachfolger von "The Invention Of Rooms" besticht durch ein wunderbar harmonisches Spiel in der Gruppe, geschmackvolle Soli und eine ausgewogene Bandbreite an musikalischen Farben! Alles eine Frage der richtigen Vorbereitung, wie Nendza unumwunden zugibt:
"Im Verhältnis zur ersten CD haben wir uns sowohl in der Vorbereitung als auch im Studio mehr Zeit zugestanden. Wir hatten viele der Stücke auch vorher schon live gespielt. Dadurch konnten wir warten, bis sich die Musik richtig entfaltet, was ja im Studio oftmals ein Problem ist."
Getrieben von den Rhythmen Nendzas und Hillmanns schwelgen die Musiker gekonnt in Harmonie, schweifen ihre Instrumente gedankenvoll in die Tiefe des Raumes, nur um im nächsten Augenblick in perlenden Melodien wild
miteinander zu kommunizieren. Vor allem Hendrik Solls Pianospiel entwickelt hierbei oftmals ein anmutig fließendes und gleichsam flächendeckendes Spiel, während Saxophonist Claudius Valk gefühlvoll hervorzupreschen versteht. Auch
Gastmusiker Thomas Heberer an der Trompete mischt sich -offensichtlich bestens vertraut- unter die Gruppe der Musiker und hält manch nachbarschaftlich Small-Talk ("Wild Open Rooms")- eine wirklich gelungenes Gastspiel!
"Thomas Heberer ist seit vielen Jahren einer meiner favorisierten Musiker," so Nendza. "Ich bin froh, dass seine wirklich individuelle Trompetenstimme vier Kompositionen auf der CD bereichert. Zudem ergänzen sich Claudius Valk
und Thomas Heberer ganz vorzüglich."
"Wild Open Rooms" ist aber nicht nur ein Album voll strotzender Musikalität, sondern auch eines voller Abwechslung. Während sich Bassist André Nendza in der Vergangenheit im Rahmen seiner diversen Projekte nahezu ausschließlich
avantgardistischer Moderne widmete, zeigt er sich mit seinem Quartett nun mehr in vitaler Vielfalt und scheut sich auch nicht vor catchy-gen Melodien("Odyssee", "Sur" ). "Wild Open Rooms" ist eines der aufregendste nationalen Neuerscheinungen und macht Geschmack auf mehr- Modern Jazz at its best!

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